Tablett – das Xoom kurz vorgestellt

Tablet PCs bzw. kurz Tabletts sind ja nun nicht wirklich was Neues und wurden auch nicht – auch wenn es viele nicht wahr haben wollen – von Apple erfunden. ABER Apple hat es immerhin geschafft Tabletts aus dem Schattendasein zu holen in dem sie lange waren.

Da ich nicht gerade ein Apple Fanboy bin habe ich natürlich kein iPad sondern ein Android Tablet (Motorola Xoom – Android 3.0.1). Auf dieses möchte ich hier auch eingehen. Vergleiche mit dem iPad kann ich nicht wirklich ziehen da ich noch nie mit einen iPad gearbeitet habe.

Gleich mal vorweg. Das Tablet ist eine gute Ergänzung zum Smartphone, vor allem wenn man so wie ich täglich mehrere Stunden mit dem Zug/U-Bahn unterwegs ist. Als Ersatz für einen PC (oder Mac) reicht es aber bei weitem nicht.

Der Browser beim Xoom ist echt fantastisch. Gute UMTS Abdeckung vorausgesetzt werden Webseiten ohne spürbare Wartezeit angezeigt. Es kann stufenlos gezoomt werden und der automatische Text- bzw. Zeilenumbruch funktioniert einwandfrei. Auch Seiten mit Flash Inhalten werden Problemlos dargestellt, hier sei aber dazugesagt das die Performance spürbar nachlässt sobald viel Flash auf einer Seite vorhanden ist, aber immerhin, man kann sich die Inhalte ansehen im Gegensatz zum iPad. Lesezeichen und Co. können bequem auch über den Desktop Browser (Chrome) veraltet werden, sprich egal wo ich ein Lesezeichen hinzufüge, wenige Sekunden später ist dieses auch am Tablet bzw. am PC vorhanden. Nachteil: Der Browser meldet sich bei den Webseiten nach wie vor als „Mobiler“ bzw. Smartphone Browser und so bekommt man öfters eine „abgespeckte“ Website präsentiert, dies lässt sich zwar bei den meisten Webseiten abschalten aber lieber wäre es mir, wenn ich generell einstellen könnte das ich die „Vollversion“ einer Webseite sehen möchte.

Der Android Market. Wie schon vom Smartphone bekannt ist der Market zwar schon recht gut gefüllt aber (ähnlich wie bei iOS) es finden sich hier auch zahlreiche Schott Applikationen. Da es bei Android kein Zulassungsverfahren wie bei Apple gibt kommt mir persönlich die Anzahl der Schrott Applikationen höher vor als bei iOS. Abgesehen davon sollte Google den Market noch mehr verbessern bzw. um genau zu sein die Möglichkeiten des US Android Market auch für Europa freischalten, denn im US Market hat man wesentlich mehr Filter Möglichkeiten. Hier gibt es auch einen eigenen Bereich für Tablet Apps. Diesen Bereich sucht man im Europäischen Market vergeblich. Ansonsten funktioniert der Market ganz brauchbar und man kann natürlich auch über https://market.android.com bequem einkaufen.

Die Google Apps:

Kalender: Sehr gut und übersichtlich. Schön aufbereitet und natürlich auch über die Webseite pflegbar. Über Termine kann man sich via Pop-Up, E-Mail und SMS benachrichtigen lassen.
Google Talk: Sehr gute instant Messaging Applikation. Dank der guten Web Integration kann ich von Google Talk aus auch mit Leuten chatten die via Browser Talk verwenden bzw. Plattform übergreifend auch mit Google+ Usern auf iOS Geräten (ob es Google Talk auch für iOS gibt weiß ich leider nicht).
Youtube: Die Youtube Oberfläche schlägt alles was ich bisher an Youtube Clients gesehen habe und sie ist sogar besser aufbereitet und bedienbar als die Web Seite selbst. Hier hat Google wirklich gute Arbeit geleistet.
G-Mail bzw. Mail Client: Übersichtlich, flott und sehr bequem. Und durch die Widgets auch einsehbar ohne die Applikation zu öffnen. Negativ fällt mir auf das man im „normalen“ Mail Client nicht suchen kann. Eine Suchfunktion gibt es nur bei der GMail App.
Google Maps und Google Earth sind am Tablet wirklich sehenswert. Die Navigationsfunktion von Google Maps ist mittlerweile auszeichnet und mit der  Möglichkeit Kartenteile auch Offline verfügbar zu machen bald genauso brauchbar wie ein herkömmliches Navi.
Google+: Sehr gute App für das Soziale Netzwerk von Google. Die App. kann (fast) alles was die Webseite auch kann. Einzig Hangouts können (noch) nicht damit gemacht werden, mal sehen ob hier Google nachbessert.
Google Music (Beta): Der Dienst befindet sich derzeit noch in der Beta Phase funktioniert aber jetzt schon Tadellos. Sobald man seine Musik in die Cloud geladen hat kann man sowohl via Tablet oder Browser von überall darauf zugreifen. Die App an sich ist durchaus schön gemacht und funktioniert tadellos, Playlists und Co. werden innerhalb weniger Sekunden synchronisiert und können natürlich auch am Tablet bearbeitet werden.

Der Übergang von PC und Tablet gestaltet sich, solange man sich innerhalb der Google Dienste bewegt nahtlos. Lesezeichen, Kontakte, Musik, E-Mails etc. sind auf allen Geräte synchron ohne das ich extra das Gerät wo anstecken muss oder einen Sync Dienst starten muss. Mit Zusatzdiensten wie Dropbox hat man auch jederzeit Zugriff auf andere Programme bzw. Dokumente. Die Tastatur am Tablet ist bequem zu bedienen und auch das integriere Wörterbuch bzw. die Rechtschreibkorrektur funktioniert sehr zuverlässig.

Die Akkulaufzeit empfinde ich als durchaus akzeptabel. Natürlich könnte es immer länger sein, aber bei durchaus starker Nutzung (inkl. UMTS Verbindungen, Spielen, etc.) hält der Akku ca. 2  Tage.

Ersatz für einen PC? Für mich definitiv nein. Aber ein Tablet ist eine nette, brauchbare Ergänzung wenn man mal schnell und bequem Surfen, Twittern, Google+’en oder Facbooken will. Auch E-Mail und Co. können bequem gelesen und beantwortet werden. Allerdings ist ein längerer Text durchaus bequemer auf einer richtigen Tastatur zu schreiben als auf der Onscreen Tastatur. Wer also „nur“ ein wenig surfen und E-Mails lesen bzw. (kurze) Mails schreiben will kann durchaus zu nen Tablet greifen. Anspruchsvolle Spiele und längere Texte lassen sich nach wie vor nur am PC nutzen.

 


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